Handlungsschwerpunkte

Die konkreten Entwicklungsziele werden in sechs zentralen Handlungsfeldern
benannt.

1. Wohnen / Wohnumfeld
Der Bereich Sonnenallee ist vornehmlich ein Wohngebiet in dem rund 17.000 Bewohner leben. Ziel des Sanierungsgebiets ist es, die Qualität des Stadtgrundrisses mit seinen kaiserzeitlichen, Zwischenkriegs- und Nachkriegsbauten zu erhalten und zu entwickeln. Aufgrund der bestehenden hohen baulichen Dichte im Quartier ist eine weitere Verdichtung durch Lückenbebauungen und Dachgeschossausbauten in den kaiserzeitlich geprägten Blöcken nur begrenzt möglich. Das Wohnumfeld wird durch Begrünung, Entsiegelung und Neugestaltung im öffentlichen und privaten Raum neu gestaltet.

2. Soziale Infrastruktur
Ein Großteil der sozialen Einrichtungen wie Schulen und Kitas weisen einen hohen Erneuerungsbedarf auf und ist zu sanieren. Die dazugehörigen Freiflächen sollen aufgewertet und ungenutzte Flächenpotenziale für ergänzende Nutzungen erschlossen werden. Für Jugendliche, junge Erwachsene und Senioren sollen neue Angebote geschaffen werden. Um eine langfristige Nutzung der vorhandenen Sportanlagen und ihrer Funktionsgebäude zu gewährleisten, ist ihre Sanierung geplant.

3. Öffentlicher Raum
Innerhalb des Gebiets sind die Grünzüge und Grünanlagen besser zu vernetzen und mit den großräumigen Grünverbindungen zur Spree, zum Görlitzer Park und Treptower Park zu verbinden. Aufgrund der mangelhaften Wegebefestigung der südlichen Uferpromenade ist diese entlang der Kanäle neu zu gestalten. Zudem werden neue Rad- und Fußwege angelegt.
Straßen mit besonderer städtebaulicher Bedeutung sollen durch attraktive Gestaltung mehr Aufenthaltsqualität bieten. Die bisher zu Gunsten des ruhenden Verkehrs aufgegebene Mittelpromenade in der Elbestraße soll wiederhergestellt werden.
Die Stadtplätze und Parkanlagen sowie Spiel- und Bolzplätze im Gebiet stellen wohnungsnahe Erholungsflächen für die Bewohner dar und sind gestalterisch und funktional attraktiv zu entwickeln.

4. Gewerbe/Einzelhandel/Wirtschaft
Die Sonnenallee ist der zentrale Einzelhandels-, Dienstleistungs- und Versorgungsstandort im Gebiet sowie multinationaler Treffpunkt mit hoher gesellschaftlicher Integrationskraft. Dazu gehören kulturelle Vereine, Geschäfte für den täglichen Bedarf und soziale Einrichtungen. Das breitgefächerte Angebot versorgt die Bewohner und führt zum Aufeinandertreffen und Begegnen der Kulturen. Die Funktion der Straße als Nahversorgungszentrum ist zu erhalten und zu unterstützen.
Betriebe mit kreativem Potenzial und ethnisches Gewerbe lassen sich vermehrt im Gebiet nieder und erweitern mit ihren Angeboten die Vielfalt der Sonnenallee. Die Chancen der Standortentwicklung im Gebiet sollen gestützt und weiter entwickelt werden.
Um eine Konkurrenzsituation zum Hauptzentrum Karl-Marx-Straße zu vermeiden, werden alle Maßnahmen zur Entwicklung der Zentren Sonnenallee und Karl-Marx-Straße aufeinander abgestimmt und Verflechtungszusammenhänge beachtet.

5. Verkehr
Die Bedingungen für Fußgänger und Radfahrer im Straßenverkehr sind zu verbessern. Dieses Ziel soll durch Maßnahmen zur besseren Vernetzung der Wegebeziehungen und durch Maßnahmen zur Erhöhung der Verkehrssicherheit erreicht werden. Im besonderen Fokus stehen hierbei z.B. die Lohmühlenbrücke, Weichselstraße und der Weichselplatz, welche durch die Neuanlage von Radwegen und verbesserten Querungsmöglichkeiten sicherer und den Anforderungen der Nutzer gerecht wird. Desweiteren wird die Elbestraße einer vollständigen Neugestaltung und Anpassung unterzogen.

6. Umwelt
Durch die energetische Sanierung der Gebäude, insbesondere der 1950er und 1960er Jahre, soll die Energiebilanz der Gebäude verbessert werden. Durch Entsiegelungs- und Begrünungsmaßnahmen auf Höfen und an Gebäuden (z. B. Fassaden- und Dachbegrünung) werden positive Effekte auf das Mikroklima erreicht. Hiermit können auch vereinzelt bauliche Verdichtungen auf den Grundstücken ausgeglichen werden. Die Maßnahmen zur Reduzierung des Verkehrslärms (neue Fahrbahnoberflächen, neue Verkehrsführungen zur Stärkung des Radverkehrs) werden durch passive Lärmschutzmaßnahmen, insbesondere für Schulen, ergänzt.